Am Wochenende war es endlich wieder soweit, die Specialized-SRAM Enduro Series machte halt am Samerberg. Das Rennen am Samerberg war der dritte Austragungsort der Deutschen Enduro Serie und für mich leider erst das erste Rennen dieses Jahr. Grund dafür war ein total blöder Sturz, der mir mein Schienbein regelrecht aufgeschlitzt hat, so dass ich insgesamt mit 8 Stichen genäht werden musste und mein Knie nicht richtig belasten konnte.

Lange Rede kurzer Sinn: am Freitag gings dann mittags los zum Samerberg, im Gepäck mein Specialized Enduro 29.
Am Samerberg wurden wir mit bestem Wetter begrüßt, was die Laune aller Fahrer extrem ansteigen ließ.

 Am nächsten Morgen stand das Training bzw. die Streckenbesichtigung an. Anders als bei einem Downhill-Rennen hat man beim Endurorennen meist 5 oder 6 Wertungsprüfungen anstatt einer Rennstrecke. Um die einzelnen Wertungsprüfungen zu erreichen ist Muskelkraft gefragt. Hier mussten wir 1300 Höhenmeter auf 23km bewältigen. Das Schöne war, man durfte den Lift vom Bikepark mit nutzen, der einem ca. 200hm ersparte.
Das Training lief echt gut. Die Strecken haben mir total gefallen und waren sehr abwechslungsreich. Eine schöne Mischung aus flowigen staubigen Trails und fiesen verblockten steinigen Trails mit teils losem Geröll.

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Nach dem Training gings dann zurück zum Camping Platz, schnell was Essen, das Rad checken und ab zum Prolog. Der Prolog hatte es in sich, er war zwar nicht sehr lang, ca. 1min Fahrtzeit, aber dafür umso härter. Ich war mir nicht ganz sicher, wieviel Kraft ich noch in den Beinen hatte um das lange steile Bergaufstück hochzusprinten. Am Ende landete ich mit einer Zeit von 1.05min auf Platz 35 was mich riesig gefreut hat und somit eine sehr gute Ausgangsposition für das morgige Rennen darstellte.

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Am Abend wurde dann dank der GoPro noch mal jede Strecke analysiert und ich hab versucht, mir die einzelnen Stages einzuprägen. Gar nicht so leicht, wenn man jede Stage nur einmal abgefahren ist.

Am nächsten Morgen wurd es dann ernst. Um 9.15 Uhr fiel für mich dann der Startschuss. Um warm zu werden ging es dann erst mal recht sportlich bergauf zur ersten Stage. Eine Mischung aus Forstweg-Slalom und einem ca. 45-60sec. Tretstück, welches mit kleinen aber sauanstrengenden bergauf Stücken gespickt war. Hat man das Stück hinter sich gelassen, ging es durch den ganzen Bikepark bis runter zur Liftstation. Oben am Start gingen mir viele Gedanken durch den Kopf: "Bist du fit genug?! Wie teilst du dir die Kraft ein für das lange Tretstück?! usw..."Und eh ich mich versah, ballerte ich schon die Strecke runter, vollkommen im Racemodus. Erstaunt darüber wie fit ich auf dem Tretstück war flog ich förmlich durch den Bikepark. Bis ich ziemlich genau auf halber Strecke einen Reifenplatzer hatte - ich hätte heulen können, das Rennen war gelaufen. Auf der längsten und entscheidensten Stage fliegt mir der Reifen um die Ohren. So eine Sch****!!!!!

 

Am Lift  schnell den Schlauch gewechselt und mit 2,5bar aufgepumpt, damit ich nicht noch einen Platten bekomme. Dann musste ich mich etwas beeilen, da man beim Endurorennen nur eine gewisse Zeit für die Verbindungsstages brauchen darf, also ab in den Lift und hoch zur zweiten Stage.

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Auf den nächsten Stages bin ich dann deutlich verhaltener gefahren, als ich es mir vorgenommen habe. Ich wollte einfach nicht noch einen Defekt haben und mir so alles versauen. Im Großen und Ganzen bin ich aber überall noch recht gut unterwegs gewesen.
Um zur Stage 5 zu gelangen hieß es dann erst mal wieder treten, treten und noch mal treten. Knapp 600hm am Stück mussten bewältigt werden. Oben angekommen hatten man aber einen wunderbaren Blick über die Chiemgauer Alpen. Nach einer kurzen Pause und einer kleinen Stärkung ging es dann in die letzte Stage. Sie lag mir nicht ganz so, da sie sehr verblockt war und mit harten Bremspunkten und vielen Steinen versehen. Hier spürte ich die 2,5bar am Hinterrad besonders stark, das Hinterrad sprang von links nach rechts und wieder zurück.

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Im Ziel angekommen waren sich alle Fahrer einig. Der Stop am Samerberg war einer der Schönsten und Spaßigste und ich kann mich dem nur anschließen. Inzwischen kann ich über die verkack*** erste Stage hinweg sehen und bin mit einem 59. Platz noch ganz zufrieden. Ohne den Platten wäre eventuell eine Top 30 Platzierung drin gewesen. Aber so ist das in dem Sport eben. Manche Dinge passieren dooferweise immer dann, wenn man sie nicht braucht.

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Björn